Restaurant Ederer

Kunst im Lokal


An einem Ort, an dem gut gegessen und getrunken wird, ist Kunst für mich unentbehrlich. Ich hatte das Glück und den Ehrgeiz, in berühmten Pariser Restaurants das Kochen zu lernen. In meiner Freizeit habe ich in dieser wunderbaren Stadt auch die Liebe zur Kultur entdeckt.

Heute präsentiere ich zeitgenössische Kunst in meinem Lokal und verbinde so zwei meiner großen Leidenschaften.

Das Auge isst mit.

Aktuelle Ausstellung: "Die große Bar" von Martin Sander

„Wir freuen uns, im Rahmen unserer wechselnden Kunstausstellungen im Restaurant Ederer, wieder die Werke des Künstlers Martin Sander zeigen zu dürfen.

Martin Sander zum Kunstwerk "Die große Bar": Das Bild entstand 2020 in der Zeit des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie. Anders als wahrscheinlich viele andere Künstler, war ich froh um diese erzwungene Ausstellungspause. Davor hatte ich an vielen kleinen Ausstellungen teilgenommen und ich war zunehmend unzufrieden mit der Bildauswahl dieser Präsentationen, die sich vorwiegend nach der vermeintlichen Verkaufbarkeit der Arbeiten richtete und meiner Meinung nach dabei die Gesamterzählung des Gezeigten zu sehr vernachlässigt wurde. Jetzt hatte ich plötzlich Zeit an dieses Bild zu gehen, ohne Rücksicht auf anstehende Projekte nehmen zu müssen: das Bild ist zu groß, bzw. zu lang für viele Ausstellungsorte. Die Idee, das Bild in sechs kleinere Leinwände aufzuteilen, habe ich wahrscheinlich von David Hockney geklaut, dessen Arbeit ich sehr bewundere. Die Aufteilung in kleinere Leinwände hat viele künstlerische und praktische Vorteile, die ineinandergreifen. Meine Atelierräume sind zu begrenzt, als das ich ein so langes Bild in einem Stück dort malen könnte. Ich habe parallel immer an ein oder zwei Bildteilen gearbeitet, ohne das gesamte Bild betrachten zu können. Das ermöglichte mir eine sehr freie Malweise, weil ich von eventuellen Unstimmigkeiten in der Gesamtkomposition nicht abgelenkt werden konnte, die ich ja gar nicht sehen konnten. Erst in einem zweiten Schritt habe ich die einzelnen Bildteile immer wieder ausgetauscht und aneinander angepasst. Danach habe ich das Gesamtbild in größere Galerieräume gebracht, um das Bild zum ersten Mal in einem Stück betrachten zu können und letzte Korrekturen vorzunehmen zu können. Die Entstehung war handwerklich also ein wenig umständlich, gleichzeitig aber auch sehr spielerisch, was zu einer unverkrampften Malweise in dem Bild führte, die mir sehr gefällt. Ein weiterer offensichtlich praktischer Vorteil in der Bildaufteilung in einzelne Leinwände liegt im unkomplizierten Transport der Arbeit. So war es überhaupt möglich, ohne umständliche und damit teure Transporte, das Bild nach München zu bringen und in dieser unkonventionellen Weise in das Restaurant zu hängen. Ich bin jetzt sehr zufrieden, dass ich das Bild zum ersten Mal im Ganzen zeigen kann und es sich stimmig in die Räume von Karl Ederer einfügt.


Sämtliche Kunstwerke im Lokal sind verkäuflich!
Schinken und Lauch: 550 Euro
Barbild: 4800 Euro

MARTIN SANDER (geb.1969) lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Offenburg. Seit 1994 rege Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland. Martin Sander richtet seine Aufmerksamkeit gezielt auf Alltägliches wie die Autobahn, die aus dem fahrenden PKW gesehen wird, oder die Jeans-Reklame auf einem Bus, die einen zum Schmunzeln bringt aber sofort wieder vergessen wird. Der Künstler verarbeitet auch aktuelles Zeitgeschehen aus den Medien, die uns täglich bewusst oder unbewusst erreichen: Ein hoffnungslos überladenes Flüchtlingsboot, der Start eines Raumschiffes. Martin Sander orientiert sich an seinem direkten Umfeld, ist ein genauer Beobachter, ein Stadtmensch. Er setzt seinen gelebten Alltag malerisch um, so entsteht eine gemalte Parallelwelt. Auch profane Gebrauchsgegenstände, wie die Sprühflasche eines Putzmittels, finden Einzug in den Kosmos seiner Malerei. Sanders Bilder entstehen nach eigenen Fotografien, die er teilweise stark vereinfacht mittels Ölfarbe auf die Leinwand bringt. (Constanze Albecker-Gänser M.A. Kunsthistorikerin)
Homepage Martin Sander
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